Naturpark „Peninsula del Llevant“ auf Mallorca

Auf in die Ferne war mein Motto um einmal Bilder von Küsten machen zu können. Ich habe mich so gut es ging vorbereitet und bereits vor dem Flug einen Bereich auf der Insel Mallorca aus kundschaftet. An der nordöstlichen Seite der Insel gibt es den Naturpark „Peninsula del Llevant“. Schroffe Küste fast unberührt von der Zivilisation und nur ein kleiner Weg führt über eine löchrige Strasse runter zum Meer. Mein Mietwagen musste da einiges mit machen.

Unten angekommen entfaltete sich die ganze Schönheit der Natur. Die Küste fällt in dieser Region teils sehr flach zum Meer hin, an gewissen Stellen sind es aber hunderte von Meter, an welcher diese senkrecht abfällt. Das Gestein ist das spezielle an dieser Küste. Wenn man nach Norden hoch läuft, dann sieht man immer wieder die verschiedenen geologischen Schichten. Einmal sehr dunkles vulkanisches Gestein, dann wieder quer auflaufendes helles und ganz scharfes. Am ersten Tag war ich gleich nach meiner Ankunft runtergefahren uns konnte noch die letzten Sonnenstrahlen einfangen, welche das Gebiet in orange Farben tauchte. Viel Zeit blieb mir nicht, um gute Bilder einzufangen und dazu noch einen geeigneten Bereich zu finden für das morgen Shooting. Der Abend war wolkenlos und daher ergaben sich nicht die besten Bilder.

Am nächsten Morgen bin ich dann um 04:00 Uhr aufgestanden und nahm die stündige Fahrt in Angriff um eine Stunde vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Als ich an der Küste angekommen bin, hat das morgendliche Glühen bereits begonnen und ich konnte ohne Taschenlampe an den am Vortag auskundschafteten Ort wandern. Leider zogen bereits düstere Wolken auf und es schien, als ob dieser Morgen nichts werden würde. Kurz bevor die Sonne den Horizont erreichte, ist ein Band zwischen Horizont und den Wolken frei geworden und es schien als ob es doch noch was werden würde.

Ich wechselte darauf den Standort und suchte nach einem interessanten Vordergrund der ins Bild aufgenommen werden konnte. Etwas weiter der Küste entlang wurde ich fündig, als ein Bereich von vulkanischem Gestein sich auftürmte.

Der Kontrast zwischen Wolken, Horizont und Vordergrund war aber zu extrem, als dass ich dies mit konventionellen Mitteln wie GND Filtern lösen konnte. Ich erstellte daher zwei verschiedene Aufnahmen mit jeweils -/+2 Blenden Belichtungsunterschied und musste diese danach in Photoshop zusammen setzen.

Die Schlechtwetter Wolken zogen sich dann von Westen her für kurze Zeit zurück und an einem weiteren Standort hies es dann, den steinigen Vordergrund ins Szene zu setzen. Die typischen Büsche in dieser steinigen Landschaft wachsen vom Wind sehr oft in eine Richtung.

Eine Stunde später zeigte sich dann die Sonne für ein paar Minuten und das Licht verwandelte die Küste in erdige Farbtöne. Danach war alles vorbei und die Wolken nahmen wieder überhand.

Die Tage darauf war dann Regen angesagt und es war nicht mehr möglich, solche Bilder festzuhalten. So ist das wenn man Landschaftsfotograf ist. Man kann das Wetter und das Licht eben nicht selber festlegen. Dafür hatte ich Zeit, die Bilder zu entwickeln.