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Schottland – der Nordwesten und die Äusseren Hebriden

Die rauste Seite von Schottland findet man an der Westküste und auf den Inneren und Äusseren Hebriden. Die Stürme fegen an der gesamten Küste mit voller Wucht und erbarmungslos von Westen herein. Insbesondere in den Wintermonaten zieht eine Front nach der anderen vorbei. Genau dieses Schauspiel ist es, was die Fotografie in dieser Region von Schottland so spannend macht. Man muss sehr gut ausgerüstet sein, um den ganzen Tag bei Wind, Regen, Schnee, Graupel und Hagel dem Wetter zu trotzen. Dafür wird man mit dem schönsten Licht der Welt belohnt. Nicht selten hört man, dass Schottland mit dem Licht und Wetter in Verbindung gebracht wird. Denn besonders das Licht, welches sich nach einem aufklarenden Sturm zeigt, ist das magische.

Ein Beispiel habe ich auf Skye Anfang Dezember in Elgol miterleben dürfen. Seitliches Abendlicht, welches auf zerklüftete Steinformationen an der Küste trifft, dunkle Wolkenformationen, welche mit warmem Abendlicht erhellt werden. Diese Konstellationen machen ein gutes schottisches Bild aus.

Sutherland – Nordwesten

Beginnen wir im äussersten Nordwesten der schottischen Highlands in der ehemaligen Grafschaft Sutherland. Diese Region ist extrem dünn besiedelt und bietet daher reine Natur ohne menschliche Objekte im Bild. Die Küsten rund um Durness mit der bekannten Sango Bay und der Balnakeil Beach sind sicher die Highlights. Ich war damals nur tagsüber in dieser Region und konnte leider keine Abend-Shots aufnehmen. Aber auch tagsüber zeigen sich diese Beaches von der schönen Seite. Bei der Betrachtung des Balnakeil Beach mit der lang gezogenen Sand-Bucht kommt sogar Karibik-Feeling auf, wenn das seichte Wasser Türkisfarben annimmt. Mit ein paar Wolken ist man dann als Fotograf schon mehr als happy.

Reisen wir weiter südlich der Nordwestküste entlang. Ein Stopp in Kinlochbervie muss unbedingt drin liegen. Der Hauptwirtschaftszweig ist hier draussen die Fischerei. Die Fanggebiete vor der Küste sind enorm erträglich und die besten Krustentiere wie Hummer und Langusten sowie Jakobsmuscheln werden von hier den Weg zu uns finden. Schottland exportiert seine Fänge zu 90 % ins Ausland. Aber kommen wir zum Highlight, wegen dem ein Fotograf hier einen Stopp einlegen sollte. Es geht um die Oldshoremore Beach. Diese liegt etwa 2.5 Meilen ausserhalb des Dorfes in nördlicher Richtung. Mit dem Auto kann man bis zur Beach fahren. Zu Fuss ist man in einer halben Stunde dort. Diese lang gezogene Beach ist vor allem bei Sonnenuntergang ein optimales Sujet. Vorgelagert befindet sich ein grosser Bereich mit hohem Gras. Je nach Licht lohnt sich daher auch ein Blick nach Osten über die Dünen.

Die Mittlere Westküste

Wir verlassen Kinlochbervie in südliche Richtung der A894 folgend. Diese Region ist sehr karg und meist ist man alleine unterwegs. Aber genau das kann der Reiz in Schottland sein. Anfang Sommer blüht überall der Ginster und es riecht immer etwas nach Kokosnuss. Am Assynt Viewpoint ist der Ginster in dieser Zeit besonders intensiv zu sehen und mit dem Ausblick über das Loch a’ Chairn Bhain findet ein Fotograf sicher eine gute Perspektive.

Nach Unapool folgen wir der B869 Richtung Drumbeg und Lighthouse Stoer. Diese Strasse hat es in sich. Es gibt ja überall in Schottland die Single-Track-Roads, wo nur Platz für ein Auto ist. Aber diese Strasse ist ein regelrechter Roller Coaster für Trabbis. Nichtsdestotrotz muss man diese Strasse gefahren sein. Der Ausblick über die Buchten aufs offene Meer ist einmalig. Hier könnte man alle fünf Minuten anhalten und es gäbe etwas zu fotografieren. Bei Drumbeg hat man einen tollen Ausblick in die Buchten, und die Schafe kriegt man kaum aus dem Bild. Aber die gehören irgendwie auch zu Schottland.

Bei Balchladich biegen wir rechts ab Richtung Stoer Lighthouse. Das Gebäude ist in einem sehr guten Zustand und lässt sich durch die erhöhte Lage gut fotografieren.

Wir fahren weiter südlich auf der B869, bis wir zur A837 kommen. Dort muss man sich entscheiden, ob man den langen und schmalen Weg in Küstennähe nehmen will oder ob man zügig vorankommen will. In dieser Region ist das Fotografieren nicht sehr spannend und da man lange Zeit im Auto verbringt, macht es Sinn, schnell runter nach Ullapool zu kommen. Daher ist die A837 wahrscheinlich die bessere Wahl. Unterwegs findet man aber trotzdem schöne Spots.

Nach Ullapool fahren wir weiter südlich und nehmen noch einmal eine Single-Track-Road der Küste entlang über die A832. Der gewaltige Ausblick über das Little Loch Broom ist es wert, den längeren Weg zu nehmen.

Nach einer längeren Fahrt mit vielen grossartigen Aussichten muss hier zum Beispiel in Gairloch übernachtet werden. Man kommt einfach nicht so schnell voran. Bei Kinlochewe empfehle ich, den Abzweiger auf die A896 durch das Tal Torridon zu nehmen. Für mich ist dieses Tal der Inbegriff von schottischen Highlands. Wer gerne wandert und fotografiert, sollte sich diese Region mit den beiden Bergen Beinn Alligin und Beinn Eighe mal genauer anschauen. Viele englische Fotografen produzieren aus dieser Region atemberaubende Bilder.

Nun ist noch einmal ein kürzeres Stück zu fahren und man ist in Kyle of Lochalsh angekommen, wo wir über die imposante Skye Bridge hinüber auf Skye fahren.

Für den Abschnitt von Durness bis Kyle of Lochalsh muss man mindestens drei Übernachtungen und vier Tage einrechnen.

Isle of Skye

Das schottische Reiseziel schlechthin ist die Insel Skye. In den Sommermonaten sind die Unterkünfte meist komplett ausgebucht. Dies zeigt, dass diese Insel sehr beliebt ist. Das ist auch an den Hot Spots zu sehen, wenn teils Hunderte Fotografen sich um die besten Plätze ringen. Meine hier gezeigten Bilder sind daher in den Wintermonaten entstanden. Für mich die beste Reisezeit, nicht nur weil man zu dieser Zeit fast allein ist, sondern auch, weil dann das Wetter einfach spannender ist.

Wir starten gleich eingangs der Insel in Broadford, wo wir den Abzweiger Richtung Elgol auf die B8083 nehmen. Am Loch Cill Chriosed stehen ein paar Bäume in einer Reihe. Je nach Licht, vor allem am Abend, können diese mit dem im Hintergrund befindlichen Berg Bla Beinn interessant in Szene gesetzt werden. Im Winter, mit Schnee auf den Bergen, wirkt das Bild dann noch einmal imposanter.

Wir fahren weiter bis nach Elgol. Das kleine Fischerdorf bietet wegen der speziellen Felsformationen an der Küste unzählige Perspektiven. Insbesondere die Cuillin Hills im Hintergrund werden wahrscheinlich fast auf jedem Foto mit drauf sein. Die optimale Zeit zum Fotografieren ist hier nachmittags und abends, da die Sonne dann im perfekten 90-Grad-Winkel untergeht.

Wir fahren wieder zurück bis nach Broadford und dann weiter bis Sligachan. An diesem Standort sind mehrere Top Spots zu finden. Zum einen die Old Sligachan Bridge, welche vor allem aus tiefer Perspektive interessant aufgenommen werden kann und zum anderen der Flusslauf nach der Bridge mit den Cuillin Hills im Hintergrund. Dieser Spot eignet sich vor allem am Morgen bei Sonnenaufgang zum Ablichten.

Wer die Talisker Destillerie oder die Talisker Bay besuchen möchte, fährt von hier aus auf der A863 bis nach Carbost.

Auf dem Weg nach Portree empfehle ich, die A863 Richtung Bracadale zu nehmen. Kurz vor diesem kleinen Dorf hat man wieder einen imposanten Blick auf die Cuillin Hills und über das Loch Harport.

Sind Sie in Portree angekommen, wird hier wohl Ihre Unterkunft zu finden sein. Skye bietet fast nur hier Hotels und B & Bs an. Die Lage von Portree macht es einfach, von hier aus in alle Himmelsrichtungen die Insel zu entdecken. Ich würde drei Nächte empfehlen. Das schmucke Dörfchen bietet mit den farbigen Häusern entlang dem Hafen unzählige Fotomotive.

Auf der Insel Skye sind sicher Spots wie Old Man of Storr, Kilt Rock, Quiraing und das Neast Point Lighthouse das, was Sie sehen möchten.

An der Nordostküste sind die meisten Fotospots zu finden. Wenn Sie in Portree starten, liegt die Foto- Ikone Old Man of Storr auf der linken Seite. Als ich im Winter Skye besuchte, war es mir nicht möglich, diesen Spot zu fotografieren. Ich muss auch sagen, dass ich jeweils versuche, nicht die bekannten Spots zu fotografieren und dafür neue Perspektiven suche. So auch an diesem Morgen im Winter. Ein Sturm nach dem anderen zog über die Insel und bot mir dieses Bild einer Regenwolke mit Licht im Hintergrund an.

Als ich im Sommer Skye besuchte, konnte ich eine gute Aufnahme von Kilt Rock machen. Diese Felsformationen sind schon imposant. An der Klippe geht es ca. 300 Meter senkrecht in die Tiefe.

Einen der meiner Meinung nach schönsten Spots auf Skye findet man im Quiraing Gebirge. Auf der A855 biegt man bei Brogaig links ab und fährt bis zum Parkplatz. Vor allem bei Sonnenaufgang bekommt man bei bewölktem Himmel wahre Schauspiele zu sehen.

Der wohl bekannteste Baum Schottlands steht hier bzw. hängt am Felsen. Der Andrang vor diesem Baum ist enorm. An dem Wintermorgen, als ich dort war, warteten bereits unzählige Fotografen, um den besten Zeitpunkt bei Sonnenaufgang zu bekommen. Eine Warteschlange, um ein bekanntes Objekt zu fotografieren, ist auf Skye keine Seltenheit. Ich konnte es mir doch nicht verkneifen, ein Foto aus dieser Perspektive aufzunehmen, ist die Perspektive am Morgen mit den Bergen im Hintergrund doch einfach perfekt.

Den Neast Point habe ich auf der Reise im Winter zwar besucht, aber wegen des starken Regens und des Winds war es mir nicht möglich, zu fotografieren. Wegen der enormen Windgeschwindigkeit kann der Regen von unten über die Klippen kommen. Das erlebt man auch nicht alle Tage. Der Ort ist aber sicher eine Reise wert, auch wenn der Weg dahin lange ist.

Isle of Harris

Wer noch ein paar Tage zur Verfügung hat, sollte die Autofähre von Uig auf Skye nach Tarbert auf Harris nehmen und die Insel erkunden. Man ist innert knapp zwei Stunden auf den Hebriden. Es erwartet einen eine unberührte und raue schottische Landschaft. Ich war für eine Nacht auf Harris und konnte nur gerade den Luskentyre Beach besuchen. Aber das hat gereicht für ausserordentliche Bilder. Ich werde die Hebriden bestimmt wieder besuchen.

 

Schottische Highlands Spots

Die schönsten Fotospots in den schottischen Highlands. Die Highlands kann am besten von Glasgow aus mit dem Auto erkundet werden. Die Fahrt geht über Loch Lomond über das Buachaille Etive Moor rüber zur Insel Skye und die äusseren Hebriden. Entlang der Route gibt es viele sehenswerte Spots und man sollte sich jeweils in einem Bereich mindestens 2 Nächte aufhalten. Um die Spots im Nordwesten zu besuchen, sollten mindestens 2-3 Wochen eingeplant werden.

Sonnenuntergänge Überlingersee

Auf Fototour nach Überlingen. Bei der Kirche Birnau hat man einen tollen Ausblick über den Bodensee und die Sonnenuntegänge sind da irgendwie intensiver als an anderenStellen rund um den Bodensee. Es ist teils nicht einfach den Lichtkontrast zu ewältigen. An dieser Stelle ist derVordergrund im optimalen Licht leider bereits zu dunkel. An diesem Abend habe ich mich dann auf die Farben am Horizont konzentriert. Weiter unten am See hätte es noch alte Pfähle im Wasser gehabt, welche im Bild gut als Fixierpunkt verwendet werden können. Aber man kann nciht alles an einem Abend machen. Das nächste mal werde ich in 2 Wochen dort hin gehen, mit der Hoffnung, dass die Blätter der Reben dann in Rot gefärbt sind.

Provence Teil 2 – Eine Woche als Landschaftsfotograf

In diesem Artikel möchte ich meine Eindrücke als Fotograf an einer komplett neuen Lokation beschreiben. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mein Hobby und meine Fähigkeiten als Naturfotograf auszubauen und eventuell eine berufliche Karriere in Betracht zu ziehen. Anhand dieser Gedanken habe ich auf meiner Reise in die Provence auf das Leben als Landschaftsfotograf konzentriert um zu sehen, was für Anstrengungen notwendig sind, um herausragende Bilder herzustellen. Was braucht es dazu? In erster Linie viel Ausdauer, Zeit, Gespühr für das neue und Geduld.

Der Markt ist enorm gesättigt von guten Fotos und jeder kann zu jeder Zeit Bilder im Internet betrachten. Sehr viele öffentliche Bilder von Semi-Profifotografen sind mit viel Liebe fürs Detail produziert und können sich mit Berufsfotografen messen. Aber was macht denn der Unterschied zum Profilandschaftsfotografen aus der seinen Lebensunterhalt verdienen muss? Es ist die ganz eigene spezielle möglichst nie dagewesene Bildsprache und Kontinuität von herausragenden Bildern was den Unterschied ausmacht. Und genau das wollte ich in dieser Woche testen. Bin ich schon soweit und kann ich Kontinuität und Qualität innerhalb einer Woche in meinen Bildern feststellen? Wenn ich meine Ausbeute aus 2’500 Bildern anschaue, welche reduziert auf die Top Bildern noch gerade mal 8 ausmachen und diese betrachte, dann muss ich die Frage mit einem absoluten NEIN beantworten.

Habe ich zu hohe Ansprüche an die Qualität und Kontinuität der Bilder? Ja, so ist es, denn wenn ich die 8 Bilder betrachte, dann muss ich mir zugestehen, dass die hohe Qualität nur bei 2 Bildern besteht und die Kontinuität in den Bildern zu wünschen übrig lässt. Aber an was liegt es, dass die hohen Ansprüche nicht umgesetzt werden können? Betrachten wir als erstes einmal die 8 Bilder die entstanden sind.

 

Was einem sicher schnell auffällt, dass sind die dunklen Bilder. Wenn man in den Morgen- und Abendstunden fotografiert, dann ist das erste und letzte Licht meist das wertvollste. Es zaubert eine Stimmung in die Szene und die Farben der Landschaft intensivieren sich. Für mich die Happy-Hour zum fotografieren.  In diesen Stunden hat man aber mit enormen Kontrasten zu kämpfen und der Einsatz von Filtern kann dazu führen, dass man diese bewälltigen kann, jedoch werden gewisse Partien im Bild meist sehr dunkel . Kein Morgen oder Abend ist gleich und da kommt dann die Kontinuität ins Spiel. Wie erreicht man anhand der verschiedenen Kontraste Bilder die in der Belichtung ähnlich sind und die Intensität der Szene wiederspiegelt ohne den Zauber jeder einzigartigen Situation zu verlieren?  Wenn man Neuling ist in der Landschaftsfotografie kämpft man am Anfang mit der Schärfe, mit der Überblendung der Szene und versucht so zuerst einmal diese Probleme in den Griff zu bekommen. Im Hintergedanke ist dann jeweils noch, dass das gerade entstehende Foto noch interessant sein sollte und der Bildaufbau nach den goldenen Regeln der Fotografie entsprechen sollte. Manchmal ist dies dann einfach zu viel für mich, wenn ich vor Ort bin. Nur ein kleines Detail vergessen, welches das Bild unter Umständen perfekt gemacht hätte und schon ist die Kontinuität und Qualität nicht perfekt. Sichtlicher Stress.

Der Tagesablauf war bei mir in der Provence so, dass ich um 03:30 Uhr aufgestanden bin um an die am letzten Tag ermittelte Lokation zu gelangen. Teils um die Ecke, teils aber eine Stunde Fahrzeit entfernt und dann ncoh bevor die Sonne aufgegangen ist. Eine gute und spezielle Lokation zu finden ist mir in dieser Woche speziell schwer gefallen. Sich während dem Tageslicht die Szene in den Morgen- oder Abendstunden vor zu stellen benötigt ein gutes Vorstellungsvermögen. Aber ich denke mit der Zeit wird dies dann schon einfacher und intuitiver werden. Somit hatte ich in dieser Woche nur gerade 5 Morgen- und Abendshoots zur Verfügung. Ich denke dass die Ausbeute innerhalb einer Woche mit 8 guten Fotos nicht schlecht ist, aber ich bin einfach nicht mit der Kontinuität der Bilder zufrieden.

Zusammengefasst zu diesem Artikel muss ich mir eingestehen, dass ich noch einen langen Weg zu einer Profi Karriere vor mir habe. Aber die Woche in der Provence grossen Spass gemacht, voraallem dass ich den ganzen Tag mit einer Kamera und Stativ umherreisen konnte. Ich  bleibe dran.