Schottland – Glencoe & Ardnamurchan

Wir begeben uns in die tiefsten Highlands von Schottland, nach Glencoe und Ardnamurchan. Die Anreise erfolgt meist von Glasgow oder Edinburgh aus, durch das Loch Lomond und über das Buachaille Etive Mor. Bereits die Anfahrt ist beeindruckend und man fühlt sich wie in den Film «Highlander» versetzt.

Die Region um Glencoe bietet für Landschaftsfotografen beste Bedingungen für typische Schottland-Bilder. Das wurde mir bewusst, als ich das erste Mal Schottland bereiste. Damals erkundete ich das Land von Inverness aus, über die Nordost- und Nordwestküste bis hinunter nach Oban der zerklüfteten Küste entlang. Kein Gebiet meiner Reise bot so viele verschiedene Stimmungen wie die Region um Fort Williams und Glencoe. Daher möchte ich diese Region besonders hervorheben.

Glencoe & Loch Leven

Als Ausgangspunkt bieten sich Ballachulish oder Glencoe beidermassen gut an. Ist man doch von hier aus in allen Himmelsrichtungen in weniger als einer Stunde an den Top Spots. Beginnen wir gleich in Glencoe, welches am Loch Leven gelegen ist. Loch Leven wird von Meerwasser gespiesen und man spürt die Gezeiten zweimal am Tag sehr intensiv. In der Bucht, gleich an der A82 gelegen, befindet sich ein Bereich aus Grashügeln, welcher sich in den Intervallen der Gezeiten mit Wasser füllt und wieder leert. Die Hügel werden nie überspült und so ergibt sich am Abend ein interessanter Vordergrund, wenn der Himmel im Westen sich in warmen Farben zeigt. Im Sommer blühen zudem noch die Strandnelken, was einen zusätzlichen Farbtupfer ins Bild bringt.


Von Weitem sieht man den Berg Garbh Bheinn, welcher mit dem Tele imposant in Szene gesetzt werden kann, wenn das Wetter mitspielt. Insbesondere Anfang Winter kann es vorkommen, dass der Berg bereits mit Schnee bedeckt ist, sodass sich mit den Brauntönen der Erde ein spannender Kontrast ergibt.

Wer die Region im Sommer besucht, hat eventuell das Glück, die Hasenglöckchen (engl. Bluebells) anzutreffen. Eine spezielle Aufnahme kann dabei bei der St. John Church an der A82 realisiert werden.

Das Loch Leven ist bei schönem Wetter meist spiegelglatt. Von der Halbinsel Glencoe aus, welche von Ballachulish aus erreichbar ist, hat man einen grossartigen Blick südwärts. Mit etwas Glück kann man das seitliche Abendlicht im Sommer mit einer symmetrisch perfekten Spiegelung einfangen.

Das Tal – Glen Coe

Von Glencoe aus nehmen wir die Strasse Richtung Osten rauf durch das Glen Coe. Gleich eingangs des Tals befindet sich auf der linken Seite kurz vor dem Loch Achtriochtan ein Abzweig. Ein paar Hundert Meter weiter befindet sich der Coe-River-Wasserfall. Je nach Wassermenge sind seine Kaskaden vor allem am Nachmittag eine Augenweide, wenn das Licht in den Wasserfall trifft.

Das Loch Achtriochtan wird gesäumt von den mächtigen Bergen des Bidean Nam Bian. Die Felswände türmen sich hier fast senkrecht auf.  Die kargen Böden bringen den typischen Highland-Charakter ins Tal. Im Frühling & Sommer sind diese grün und im Herbst und Winter erscheinen sie in Orange- und Rot-Tönen.

Das Massiv hat auch den Namen Three Sisters und ist bei Touristen und Bergsteigern sehr beliebt. Das Lichtspiel, besonders in den Nachmittagsstunden, ist typisch schottisch und magisch. Etwas weiter das Tal hinauf hat man einen grossartigen Blick Richtung Westen und sieht das Bergmassiv in seiner ganzen Grösse.

Buachaille Etive Mor

Am höchsten Punkt angekommen, befindet man sich nun im Buachaille Etive Mor. Ein weit gezogenes Tal mit dem Berg Buachaille Etive zur Rechten.

Gleich unterhalb liegt das kleine weisse Cottage mit dem Namen Lagangarbh Hut eingebettet in Farn und hohes Gras. Das Cottage gehört dem schottischen Mounteneering Club und ist ein viel fotografiertes Haus. Dort lohnt es sich, nach Perspektiven zu suchen. Je nach Jahreszeit ändert sich die Stimmung dort oben mehrere Male am Tag. Insbesondere wenn Stürme über die Ebene ziehen, entstehen dramatische Stimmungen, welche sich für Schwarz-Weiss-Bilder eignen. Das Moor verändert die Farben im Lauf der Jahreszeiten von Grün in Rostbraun. Meine favorisierten Jahreszeiten sind eindeutig Herbst und Winter.

Etive-Mor-Wasserfall

Der wohl am meisten fotografierte Wasserfall in den Highlands befindet sich gleich an der A82 bei der Einmündung ins Glen-Etive-Tal. Ich war an diesem Wasserfall bestimmt schon 10-mal, immer zu verschiedenen Jahreszeiten und immer sieht er anders aus. An einem Winterabend auf der Durchfahrt Richtung Edinburgh hatte ich dann besonderes Glück. Zum einen führte der Fluss Etive genügend Wasser, sodass die Kaskaden schön überspült wurden und zum anderen kam die Sonne mit goldenem Licht genau im richtigen Zeitpunkt hinter einer grossen Wolke hervor und beleuchtete einen Teil des Wasserfalls. Dies zeigt mir, dass man es immer wieder an einem perfekten Standort versuchen soll.

Black Rock Cottage

Etwas weiter der A82 folgend und kurz vor dem Glencoe Mountain Resort steht das Black Rock Cottage – ebenfalls ein Wahrzeichen und ein viel fotografiertes Objekt in den Highlands.

Glen Etive

Das Glen-Etive-Tal zieht sich hinunter Richtung Westen und bietet sehr viele schöne Kaskaden mit braun schimmerndem Wasser. In diesem Tal sollte man sich einen ganzen Tag von früh bis spät einrichten. Denn es gibt unzählige schöne Spots mit fliessendem Wasser zu erkunden. Mit etwas Glück bekommt man Kajakfahrer mit aufs Bild.

Ende Frühling blühen die Rhododendren in allen Farben und zusammen mit dem goldig-braun schimmerndem Wasser der Bäche und Flüsse im Tal können typisch schottische Bilder entstehen.

Am äussersten Ende des Glen Etive in Gualachulain endet das Tal und eine Augenweide ist ein altes Cottage, welches an der sich windenden Strasse gelegen ist.

Ardnamurchan

Die Ardnamurchan-Halbinsel ist ein wunderbar abgelegener Bereich, welcher sich bis zum äussersten westlichen Punkt von Schottland, nördlich der Isle of Mull und südlich der Isle of Skye, erstreckt. Nicht viele Touristen verirren sich in diese Region. Der Grund wird sein, dass es sehr wenige Ortschaften und demnach Infrastruktur gibt. Diese Abgeschiedenheit führt dann auch dazu, dass die Natur weitgehend sich selbst überlassen ist und somit noch das wahre raue Highland-Feeling zu finden ist.

Bereits beim Fähranlegeplatz bei Corran hat man einen herrlichen Blick über das Loch Linnhe rüber zur Halbinsel. Das Corran Lighthouse ist dabei gut zu erkennen vor dem imposanten Bergmassiv Garbh Bheinn. Die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten, da das Loch Linnhe hier nur gerade 350 Meter breit ist. Danach führt die Strasse am Meer entlang und durch das Tal bis nach Strontian und weiter nach Salen. Die Strasse zwischen diesen beiden Ortschaften ist einspurig und führt durch bewaldetes Gebiet dem Loch Sunart entlang. Immer wieder hat es Aussichtspunkte, von welchen aus sich die Tierwelt – Robben, Otter und Seeadler – beobachten lässt.

Wenn das Licht mitspielt, kann man immer wieder ikonenhafte schottische Bilder mit Meer, Küste, Bergen und Wäldern einfangen. Daher ist zu empfehlen, Ausschau nach interessanten Küstenformationen zu halten. Falls gerade mal eine Sturmfront durchzieht, einfach ein paar Minuten warten und das Licht wird danach magisch werden.

Wenn man von Glencoe aus früh genug aufgebrochen ist, kann man es in einem Tag bis an den westlichen Küstenbereich bei Fascadale und Sanna und zurück schaffen. Wer die Abendstimmung mit Sonnenuntergang an der Westküste festhalten möchte, muss sich eine Unterkunft auf der Halbinsel organisieren. Das Hotel Salen als Ausgangspunkt ist dabei ein Tipp.

Wer es über die Single Track Road bis nach Fascadale an der äussersten westlichen Küste geschafft hat, wird mit einem atemberaubenden Panorama belohnt. In der Ferne sind Isle of Rum, Isle of Eigg und Isle of Skye zu erkennen.

Fährt man von Salen nördlich Richtung Mallaig, kommt man an Glenuig vorbei. Beim Glenuig Inn Hotel bietet die Bucht von Loch Ailort einen atemberaubenden Ausblick mit interessanten Felsformationen.

Auf der Rückfahrt zurück nach Glencoe bietet sich der Weg über Glenfinnen an. Das Glenfinnen Monument und das Viadukt sind weitere Highlights in Schottland.

Das fotografische Potenzial in Glencoe und Ardnamurchan ist enorm und man kann noch viel entdecken. Ich reise immer wieder in diese Region, um noch mehr gute Spots zu finden und die Ruhe der Natur zu geniessen. Insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Stürme über das Land ziehen, ergeben sich für mich die schönsten Bilder.

Schottische Highlands Spots

Die schönsten Fotospots in den schottischen Highlands. Die Highlands kann am besten von Glasgow aus mit dem Auto erkundet werden. Die Fahrt geht über Loch Lomond über das Buachaille Etive Moor rüber zur Insel Skye und die äusseren Hebriden. Entlang der Route gibt es viele sehenswerte Spots und man sollte sich jeweils in einem Bereich mindestens 2 Nächte aufhalten. Um die Spots im Nordwesten zu besuchen, sollten mindestens 2-3 Wochen eingeplant werden.

Madeira Fotospots

Die schönsten Fotospots auf der Insel Madeira. Entlang der Küste sind die meisten Spots für Sonnenaufgänge am optimalsten geeignet. Im Nordwesten bei Porto Moniz ist es für Sonnenuntergänge am optimalsten. Dies natürlich je nach Jahreszeit.

 

Winterfotografie

Nähe der Teufelsplatte am Bodensee sind diverse Bäume wegen der Erosion des Ufers in den See gefallen. Diese Szene habe ich zum lernen ausgewählt. Gerade im Winter mit den kahlen und Blätterlosen Bäumen ist die Landschaftsfotografie sehr herausfordernd. Zudem empfinde ich Wälder und Bäume zu fotografieren als sehr schwierig. Ich suchte also ein geignetes Objekt und wählte diesen umgefallenen Baum. Das Hochformat bietete sich regelrecht an, damit der Stamm in der diagonalen Achse durchs Bild verläuft und so einen klaren Weg fürs Auge definiert. Mit einer Blende f/4  hatte ich den Vordergrund unscharf und den Stamm scharf hinbekommen. Der Fokus mit der Schärfe auf den Stamm ist für die Basis des Bildes wichtig.

An diesem Tag war der Himmel wolkenlos. Dies war im RAW Bild nicht wirklich zu sehen und ich musste die Farben intensivieren und vor allem mehr Kontrast ins Bild bringen. Die Grundentwicklung aus LR sah immer noch recht langweilig aus. Also musst ich noch in Photoshop mit meinem Workflow dahinter um die Farben heraus zu holen. Im Wasser intensivierte ich das Blau um den Kontrast und den Ausdruck von See ins Bild zu transportieren.

Technische Details:
Wallhausen, Bodensee, Deutschland, Mitte Februar, Nikon D800E, Nikkor 24-70 mm @ 70mm – f4 – 1/500 Sekunde – ISO 200

Landschaftsfotografie im Thurgau

Ein toller Abend durfte ich diese Woche erleben. Bei mir ganz in der Nähe befindet sich mitten in den Feldern eine Kapelle. Jedes Jahr ist das Feld davor ein anderes. Letztes Jahr ein Weizen- und dieses Jahr ein Rapsfeld. Der ganze Tag war bedeckt und regnerisch. Für mich geniale Zutaten für einen intensiven Sonnenuntergang. Nicht immer klappt es, dass die Sonne gerade am optimalsten Zeitpunkt zwischen den Wolken hervor scheinen kann. An diesem Abend war aber alles wieder einmal zu meinen gunsten.

Der Kontrast war enorm und ich musste bei dieser Aufnahme 2 0.9 GND Filter verwenden. Die Aufnahme musste zudem fast 3 Blenden unterbelichtet werden um den Bereich um die hellste Stelle im Bild zu erhalten. In Lightroom hob ich dann die dunklen stellen wieder an.

Da ich für dieses Bild ein Weitwinkel mit 16mm verwendete und die vordersten Halme der Rapspflanze sehr nahe war, wendete ich hier den Hyperfocal Distanz Berechnung an um das Bild möglichst durchgängig Scharf abbilden zu können. Einzig die Ecken unten rechts und links sind unscharf. Dies ist aber auf das nicht ganz optimierte 16-35mm Objektiv zurück zu führen. Mit dem 14-24mm wäre auch dieser Bereich knackscharf geworden.

Technische Details: Leutmerken, Thurgau, Schweiz, Anfang Mai, Nikon D700, Nikkor 16-35 mm @ 16mm – f8 – 1/10 Sekunde – ISO 100 – 0.9 GND hart und 0.9 GND soft

Wenn immer es geht, erstelle ich ein Querformat, Hochformat und ein Panorama. Hier die Ergebnisse.

 

Naturpark „Peninsula del Llevant“ auf Mallorca

Auf in die Ferne war mein Motto um einmal Bilder von Küsten machen zu können. Ich habe mich so gut es ging vorbereitet und bereits vor dem Flug einen Bereich auf der Insel Mallorca aus kundschaftet. An der nordöstlichen Seite der Insel gibt es den Naturpark „Peninsula del Llevant“. Schroffe Küste fast unberührt von der Zivilisation und nur ein kleiner Weg führt über eine löchrige Strasse runter zum Meer. Mein Mietwagen musste da einiges mit machen.

Unten angekommen entfaltete sich die ganze Schönheit der Natur. Die Küste fällt in dieser Region teils sehr flach zum Meer hin, an gewissen Stellen sind es aber hunderte von Meter, an welcher diese senkrecht abfällt. Das Gestein ist das spezielle an dieser Küste. Wenn man nach Norden hoch läuft, dann sieht man immer wieder die verschiedenen geologischen Schichten. Einmal sehr dunkles vulkanisches Gestein, dann wieder quer auflaufendes helles und ganz scharfes. Am ersten Tag war ich gleich nach meiner Ankunft runtergefahren uns konnte noch die letzten Sonnenstrahlen einfangen, welche das Gebiet in orange Farben tauchte. Viel Zeit blieb mir nicht, um gute Bilder einzufangen und dazu noch einen geeigneten Bereich zu finden für das morgen Shooting. Der Abend war wolkenlos und daher ergaben sich nicht die besten Bilder.

Am nächsten Morgen bin ich dann um 04:00 Uhr aufgestanden und nahm die stündige Fahrt in Angriff um eine Stunde vor Sonnenaufgang vor Ort zu sein. Als ich an der Küste angekommen bin, hat das morgendliche Glühen bereits begonnen und ich konnte ohne Taschenlampe an den am Vortag auskundschafteten Ort wandern. Leider zogen bereits düstere Wolken auf und es schien, als ob dieser Morgen nichts werden würde. Kurz bevor die Sonne den Horizont erreichte, ist ein Band zwischen Horizont und den Wolken frei geworden und es schien als ob es doch noch was werden würde.

Ich wechselte darauf den Standort und suchte nach einem interessanten Vordergrund der ins Bild aufgenommen werden konnte. Etwas weiter der Küste entlang wurde ich fündig, als ein Bereich von vulkanischem Gestein sich auftürmte.

Der Kontrast zwischen Wolken, Horizont und Vordergrund war aber zu extrem, als dass ich dies mit konventionellen Mitteln wie GND Filtern lösen konnte. Ich erstellte daher zwei verschiedene Aufnahmen mit jeweils -/+2 Blenden Belichtungsunterschied und musste diese danach in Photoshop zusammen setzen.

Die Schlechtwetter Wolken zogen sich dann von Westen her für kurze Zeit zurück und an einem weiteren Standort hies es dann, den steinigen Vordergrund ins Szene zu setzen. Die typischen Büsche in dieser steinigen Landschaft wachsen vom Wind sehr oft in eine Richtung.

Eine Stunde später zeigte sich dann die Sonne für ein paar Minuten und das Licht verwandelte die Küste in erdige Farbtöne. Danach war alles vorbei und die Wolken nahmen wieder überhand.

Die Tage darauf war dann Regen angesagt und es war nicht mehr möglich, solche Bilder festzuhalten. So ist das wenn man Landschaftsfotograf ist. Man kann das Wetter und das Licht eben nicht selber festlegen. Dafür hatte ich Zeit, die Bilder zu entwickeln.

Sonnenuntergänge Überlingersee

Auf Fototour nach Überlingen. Bei der Kirche Birnau hat man einen tollen Ausblick über den Bodensee und die Sonnenuntegänge sind da irgendwie intensiver als an anderenStellen rund um den Bodensee. Es ist teils nicht einfach den Lichtkontrast zu ewältigen. An dieser Stelle ist derVordergrund im optimalen Licht leider bereits zu dunkel. An diesem Abend habe ich mich dann auf die Farben am Horizont konzentriert. Weiter unten am See hätte es noch alte Pfähle im Wasser gehabt, welche im Bild gut als Fixierpunkt verwendet werden können. Aber man kann nciht alles an einem Abend machen. Das nächste mal werde ich in 2 Wochen dort hin gehen, mit der Hoffnung, dass die Blätter der Reben dann in Rot gefärbt sind.

Provence Teil 2 – Eine Woche als Landschaftsfotograf

In diesem Artikel möchte ich meine Eindrücke als Fotograf an einer komplett neuen Lokation beschreiben. Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mein Hobby und meine Fähigkeiten als Naturfotograf auszubauen und eventuell eine berufliche Karriere in Betracht zu ziehen. Anhand dieser Gedanken habe ich auf meiner Reise in die Provence auf das Leben als Landschaftsfotograf konzentriert um zu sehen, was für Anstrengungen notwendig sind, um herausragende Bilder herzustellen. Was braucht es dazu? In erster Linie viel Ausdauer, Zeit, Gespühr für das neue und Geduld.

Der Markt ist enorm gesättigt von guten Fotos und jeder kann zu jeder Zeit Bilder im Internet betrachten. Sehr viele öffentliche Bilder von Semi-Profifotografen sind mit viel Liebe fürs Detail produziert und können sich mit Berufsfotografen messen. Aber was macht denn der Unterschied zum Profilandschaftsfotografen aus der seinen Lebensunterhalt verdienen muss? Es ist die ganz eigene spezielle möglichst nie dagewesene Bildsprache und Kontinuität von herausragenden Bildern was den Unterschied ausmacht. Und genau das wollte ich in dieser Woche testen. Bin ich schon soweit und kann ich Kontinuität und Qualität innerhalb einer Woche in meinen Bildern feststellen? Wenn ich meine Ausbeute aus 2’500 Bildern anschaue, welche reduziert auf die Top Bildern noch gerade mal 8 ausmachen und diese betrachte, dann muss ich die Frage mit einem absoluten NEIN beantworten.

Habe ich zu hohe Ansprüche an die Qualität und Kontinuität der Bilder? Ja, so ist es, denn wenn ich die 8 Bilder betrachte, dann muss ich mir zugestehen, dass die hohe Qualität nur bei 2 Bildern besteht und die Kontinuität in den Bildern zu wünschen übrig lässt. Aber an was liegt es, dass die hohen Ansprüche nicht umgesetzt werden können? Betrachten wir als erstes einmal die 8 Bilder die entstanden sind.

 

Was einem sicher schnell auffällt, dass sind die dunklen Bilder. Wenn man in den Morgen- und Abendstunden fotografiert, dann ist das erste und letzte Licht meist das wertvollste. Es zaubert eine Stimmung in die Szene und die Farben der Landschaft intensivieren sich. Für mich die Happy-Hour zum fotografieren.  In diesen Stunden hat man aber mit enormen Kontrasten zu kämpfen und der Einsatz von Filtern kann dazu führen, dass man diese bewälltigen kann, jedoch werden gewisse Partien im Bild meist sehr dunkel . Kein Morgen oder Abend ist gleich und da kommt dann die Kontinuität ins Spiel. Wie erreicht man anhand der verschiedenen Kontraste Bilder die in der Belichtung ähnlich sind und die Intensität der Szene wiederspiegelt ohne den Zauber jeder einzigartigen Situation zu verlieren?  Wenn man Neuling ist in der Landschaftsfotografie kämpft man am Anfang mit der Schärfe, mit der Überblendung der Szene und versucht so zuerst einmal diese Probleme in den Griff zu bekommen. Im Hintergedanke ist dann jeweils noch, dass das gerade entstehende Foto noch interessant sein sollte und der Bildaufbau nach den goldenen Regeln der Fotografie entsprechen sollte. Manchmal ist dies dann einfach zu viel für mich, wenn ich vor Ort bin. Nur ein kleines Detail vergessen, welches das Bild unter Umständen perfekt gemacht hätte und schon ist die Kontinuität und Qualität nicht perfekt. Sichtlicher Stress.

Der Tagesablauf war bei mir in der Provence so, dass ich um 03:30 Uhr aufgestanden bin um an die am letzten Tag ermittelte Lokation zu gelangen. Teils um die Ecke, teils aber eine Stunde Fahrzeit entfernt und dann ncoh bevor die Sonne aufgegangen ist. Eine gute und spezielle Lokation zu finden ist mir in dieser Woche speziell schwer gefallen. Sich während dem Tageslicht die Szene in den Morgen- oder Abendstunden vor zu stellen benötigt ein gutes Vorstellungsvermögen. Aber ich denke mit der Zeit wird dies dann schon einfacher und intuitiver werden. Somit hatte ich in dieser Woche nur gerade 5 Morgen- und Abendshoots zur Verfügung. Ich denke dass die Ausbeute innerhalb einer Woche mit 8 guten Fotos nicht schlecht ist, aber ich bin einfach nicht mit der Kontinuität der Bilder zufrieden.

Zusammengefasst zu diesem Artikel muss ich mir eingestehen, dass ich noch einen langen Weg zu einer Profi Karriere vor mir habe. Aber die Woche in der Provence grossen Spass gemacht, voraallem dass ich den ganzen Tag mit einer Kamera und Stativ umherreisen konnte. Ich  bleibe dran.

Provence Teil 1

Schon lange habe ich die Reise nach Frankreich im Kopf und nun habe ich es endlich umsetzen können. Ich hatte ein klares Bild vor Augen eines perfekten Lavendelfeldes welches im Morgengrauen kurz vor Sonnenaufgang erstrahlt. Ich habe lange im Internet nach einer geeigneten Stelle gesucht. Denn für mich ist die Provence komplettes Neuland. Auf der Suche nach einem B & B im Zentrum der der Lavendelfelder habe dann etwas ausserhalb von Sault ein kleines gefunden. Als ich ankam und von meiner Idee erzählte, haben Sie mir dann gleich mitgeteilt, dass es wahrscheinlich das eine Feld sein wird. Und siehe da, ein Volltreffer.

 

Die Aufnahme entstand kurz nach Sonnenaufgang um 06:20 Uhr. Ich hatte am Abend zuvor die Stelle besichtigt und die Perspektive gecheckt, damit ich am Morgen dann gleich am richtigen Ort bin. Wegen dem Kontrast hatte ich anfangs noch bedenken, dass es mit den GND Filtern eventuell nicht klappen könnte. Daher hatte ich auch zusätzlich noch eine Belichtungsreihe erstellt. Aber mit einem 0.9 & 0.6 GND hats geklappt, dass der Kontrast für mich zufriedenstellend war.

Hier noch das selbe Bild vor dem Sonnenaufgang. Eine ganz andere Wirkung, aber für mich genauso schön. Das mit der Sonne ist einfach wegen dem klaren Himmel wirkungsvoller.

 

Fortsetzung folgt bald.

Seltene Farbkonstellation

Letzte Woche bin ich wieder einmal in Güttingen gewesen auf der Suche nach speziellen Perspektiven. Sehr oft gehe ich an Orte die ich bereits kenne. Leider ergeben sich dann meist ähnliche Bilder und es kann dann schon mal langweilig werden. Ich hatte die Lichtstimmung bereits vorab studiert und es sah vielversprechend aus, dass es wieder einmal ein Abend mit sehr intensiven Farben geben könnte. Ich hatte ein Jahr zuvor in Güttingen folgendes Bild einfangen können:

 

Kühle Abende im Februar/März zusammen mit Wolken, welche sich gerade weg bewegen vom Bereich wo die Sonne untergeht, können im Restlicht der untergehenden Sonne regelrecht anfangen zu glühen. Dazu sind aber viele Faktoren notwendig, die ein Bild dann perfekt machen. Solche Konstellationen ergeben sich nicht sehr oft und man muss entweder Glück haben, oder wissen auf was man achten muss. Schleierwolken und kein Dunst in der Luft sind zum Beispiel gute Zeichen für beeindruckende Fotos.

An diesem Abend bin ich also in Güttingen. Dieses Jahr mit dem niedrigen Wasserstand wegen der anhaltenden Trockenheit sind selbst im Mai noch grosse Bereich des Ufers freigelegt und man kann weit raus. Dies hat einen Vorteil, da der Uferbereich hier im 90 Grad Winkel zum Sonnenuntergang steht. Wenn man also bei hohem Pegelstand in Güttingen eintrifft, hat man keinen guten Standpunkt zur untergehenden Sonne direkt am Ufer. Ich konnte also vom Hafen aus links dem Ufer entlang laufen. Im Schilfbereich sind zwar keine prominente Objekte zu sehen, aber man kann hier wunderbar die Weite des Sees ins Bild transportieren. Mir ging es auch um die Wolkenformationen und die darin entstehenden Farben.

Als ich etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang (21:02 Uhr) einen vielversprechenden Platz gefunden hatte, war die Sonne noch sehr intensiv über dem Horizont zu sehen. Die Szene war mit blossem Auge herrlich anzuschauen mit dem feinen Schilf und der untergehenden Sonne. Ich versuchte in diesem Licht ein Bild zu gestalten. Das Schilf im Vordergrund und direkt in die Sonne zu fotografieren war ein Versuch wert. Aber alle GND Filter die ich dabei hatte konnten den Kontrast nicht bewältigen. Selbst eine Belichtungsreihe aus 5 verschiedenen Bildern haben sich im nachhinein als unmöglich zum umsetzen ergeben. Manchmal sind in der digitalen Fotografie einfach Grenzen gesetzt. Hoffe dies ist in der Zukunft irgendwann möglich.

Kurz nach dem die Sonne hinter dem Horizont verschwand, waren die Farben noch in starken Orange- und Gelbtönnen zu sehen. Noch nicht das was ich mir vorstellte und ich hoffte weiter auf die, die ich im Gedächtnis hatte vom letzten Jahr. Und siehe da, kurz vor Ende der blauen Stunde kam dieses Nachglühen und bescherte mir ein Farbenschauspiel wie auf dem Foto zu sehen ist. Einfach genial.

 

Diese Szene wollte ich zusätzlich noch als Panorama festhalten. Dabei war es wichtig, dass die Belichtung optimiert wurde. Da die Dunkelheit bereits im Osten stark zu genommen hatte, musste ich für die 11 Querformat Bilder jeweils die Belichtung ein wenig anpassen. Bei Weitwinkel Aufnahmen mit einer Brennweite um 10mm (Crop) ist es für die Stitching Software teils schwer, saubere Anhaltspunkte zu finden. Daher habe ich die Panorama Aufnahmen einmal im Quer- und Hochformat aufgenommen. Wie erwartet war nur die Querformat Variante danach brauchbar. Dies war schon bei anderen Abendpanoramas der Fall.